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Bahnhof Lauf (links Pegnitz)
Signal auf 'Grün' für Bahnhof
LAUF (ik) - Neun Jahre ist es her, dass die Bahn den Fahrkartenschalter schloss und der letzte Schalterbeamte den Bahnhof Lauf/links verließ. Neun Jahre, in denen das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1859 vom Verfall bedroht war und kein rechtes neues Nutzungskonzept in Sicht war.
Doch seit Juli 2004 herrscht wieder Leben im ehemaligen Bahnhof Lauf/links: Im Beisein zahlreicher Ehrengäste eröffnete die Bund Naturschutz Service GmbH, bisher in der Spitalstraße beheimatet, in dem fast 150 Jahre alten Gebäude ihr neues Umwelt- und Reisezentrum.
Zwei Bahnhöfe gibt es in Lauf und sie beide laufen nun unter Federführung des Bundes Naturschutz, was in dieser Form eine bundesweit einmalige Sache ist. Erst im vergangenen Jahr hatte sich, wie mehrfach berichtet, die Bahn auch von ihrem Fahrkartenschalter am Bahnhof Lauf/rechts getrennt, den seither die BN-Reisen zusammen mit dem ehemaligen Schalterbeamten Zagel betreiben. Schon bei der Einweihung von Lauf/rechts hatte damals BN-Geschäftsführer Benedikt Bisping betont, dass es sein großer Wunsch sei, den seit Jahren brachliegenden Bahnhof Lauf/links, der schon den Ruf des 'Schandflecks' von Lauf hatte, zu restaurieren und dort das BN-Reisebüro unterzubringen. 
Nach Überzeugungsarbeit innerhalb des BN und langen Verhandlungen mit der Bahn konnte die BN-Service GmbH schließlich das historische Gebäude erwerben. Im Dezember 2003 wurde mit den Sanierungsarbeiten begonnen, die mit etlichen Auflagen des Denkmalschutzes verbunden waren. Die ursprüngliche Innentreppe wurde restauriert, neue Fenster eingebaut und die Empfangshalle, die nun das BN-Reisebüro beherbergt, für den Kundenverkehr aus- und umgebaut.

Im ersten Stock sind Büros untergebracht, auch einen Begegnungsraum für Agenda-Gruppen und anderen in Sachen Natur engagierte Vereine gibt es. 'Es soll ein offenes Haus sein', betonte BN-Geschäftsführer Benedikt Bisping in seiner Ansprache, und dankte den heimischen Lokalpolitikern und Abgeordneten, die sich über alle Parteien hinweg für das Projekt eingesetzt hätten. Den Großteil der Kosten von bisher 250.000 Euro schultert zwar der Bund Naturschutz, doch fließen auch aus Denkmalpflegemitteln des Freistaats, seitens der Stadt Lauf und des Landkreises Mittel.
Zu den sichtbaren kosmetischen Sanierungsarbeiten, die zum großen Teil abgeschlossen sind, kommt in einem weiteren Bauabschnitt noch die Restaurierung der Sandsteinfassade und des Außenbereiches, was sich laut Bisping noch einmal auf rund 100.000 Euro belaufen wird.
Wie es sich für ein Umwelt- und Verbraucherberatungszentrum gehört, das der neue Bahnhof zusätzllich zum ökologischen Bahnzentrum sein will, wurde das gesamte Gebäude auch in Sachen Haustechnik ökologisch saniert. Zur Energieeinsparung wurde eine moderne Innenraumisolierung sowie eine neue Gasbrennwertheizung eingebaut. Eine Regenwassernutzungsanlage und eine Solaranlage, an der sich Bürger beteiligen können, sollen folgen.
Vom neuen Umwelt- und Reisezentrum des BN sind nun Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn zum Baikalsee ebenso buchbar wie Fahrten in ausgewählte Bio-Hotels oder in Naturreservate. Und auch Fahrscheine des VGN und DB-Fahrplanauskünfte sowie Schülermonatskarten gibt es.
Insgesamt hat der BN damit zehn Arbeitsplätze in Lauf geschaffen bzw. gesichert, neben der gelungenen Restaurierung des historischen Bahnhofsgebäudes eine weitere Sache, die die zahlreichen Festredner von dem Projekt überzeugte.

Entsprechend viel Lob gab es von allen Seiten für Benedikt Bisping und seine Mannschaft. Während Landrat Helmut Reich von Bisping gar als 'privatem Retter' der beiden Laufer Bahnhöfe sprach, lobte dritter Bürgermeister Adi Dienstbier, der in Vetretung für den verhinderten Rüdiger Pompl gekommen war, das große Engagement und den Ideenreichtum, mit dem Bisping und der BN Ökologie und Ökonomie vereinen.
Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern, sieht in dem Laufer Umwelt- und Reiseberatungszentrum nicht nur einen Beitrag zum Naturschutz, sondern auch zur Heimatpflege, weil dadurch Nähe und Lebensqualität miteinander verbunden würden.
Auch die Bahn, vertreten durch Karl-Heinz Ferstl, Bahnhofsmanager Nürnberg für die DB Station & Service AG zeigte sich angetan von der Nachfolgenutzung. Stellvertretend für die am Umbau beteiligten Firmen aus der Region, wünschte schließlich Architekt Christoph Heufelder dem BN-Team alles Gute und überreichte den Mitarbeitern zum schnelleren Weg ins alte Büro in der Spitalstraße ein neues Fahrrad.
Bevor Pfarrer Friedhelm Beck für die evangelische und Josef Pingold für die katholische Kirche dem Umwelt- und Reiseberatungszentrum ihren Segen erteilten und die Gäste Gelegenheit zu einem Rundgang durch das Haus hatten, wurde, begleitet von den letzten Klängen der Big Band der Realschule, das noch funktionstüchtige DB-Doppel-Flügelsignal, das über drei Jahrzehnte in der Nürnberger Innenstadt stand von Benedikt Bisping auf Grün umgestellt.
Und auch natürliches Grün wird schon bald den ehemaligen Bahnhof zieren: Eine schöne Linde, die zum Abschluss vor dem Eingang gepflanzt wurde
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